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Wer an ein Casino denkt, sieht Automaten, grüne Filze und Roulette-Kessel. In der Schweiz ist das nur die halbe Geschichte. Die konzessionierten Häuser betreiben Konzertsäle, Theaterbühnen und Restaurants, und ein Teil ihres Auftrags ist kultureller Natur: Die Konzession verpflichtet sie, einen Teil der Erträge in Kultur und Gemeinwesen zurückfliessen zu lassen. Das erklärt, weshalb regelmässig Jazzabende, Coverbands, Comedy und Klassik auf den Programmen stehen.
Besonders sichtbar ist das in Basel und Bern. Die beiden Grand Casinos führen eigene Veranstaltungskalender mit mehreren Dutzend Terminen pro Jahr, vom Aperitif-Konzert bis zur Silvestergala. Auch das Casino Théâtre in Genf verbindet Spielbetrieb und Bühne unter einem Dach. Für ein Publikum, das nicht primär spielen will, sind das ganz normale Ausgehoptionen geworden.
Wer nur den Spielsaal kennt, verpasst also einen erheblichen Teil des Angebots. Und wer primär wegen der Bühne kommt, sollte die Hausordnung kennen, bevor er die Jacke an der Garderobe abgibt.
Das Grand Casino Basel fährt ein Programm, das sich an ein breites Publikum richtet. Häufig sind Tribute-Bands, Soul- und Funk-Abende sowie DJ-Sets am Wochenende. Die Konzerte finden meist im oberen Saal statt, getrennt vom eigentlichen Spielbereich. Das ist praktisch: Man kann den Abend mit dem Konzert beginnen und danach entscheiden, ob man noch an die Tische geht.
Bei den Preisen lohnt sich ein Blick auf den Vorverkauf. Je nach Act liegen die Tickets zwischen 30 und 70 Franken, bei speziellen Galas mit Dinner auch deutlich darüber. Wer kurzfristig kommt, zahlt an der Abendkasse oft einen Aufschlag von 10 bis 20 Franken. Ein Grossteil der Konzerte ist ab 18 Jahren zugänglich; der Spielsaal verlangt 21 Jahre und einen amtlichen Ausweis.
In Rezensionen zum Grand Casino Basel tauchen zwei wiederkehrende Punkte auf: die zentrale Lage beim Bahnhof und die Tatsache, dass der Konzertsaal akustisch überzeugt, während die Bestuhlung bei ausverkauften Shows als eng empfunden wird. Wer empfindlich auf Gedränge reagiert, reserviert besser einen Sitzplatz im vorderen Drittel. Kritisch erwähnt wird gelegentlich die Garderobengebühr von zwei bis drei Franken, die man in bar parat haben sollte.
Für das Parkieren gilt: Das hauseigene Parkhaus ist abends gut gefüllt, die Tarife bewegen sich im städtischen Rahmen. Wer mit dem Tram anreist, spart Geld und Ärger. Gerade an Konzertabenden ist der ÖV die vernünftigere Wahl.
Auch zum Casino Bern gibt es inzwischen zahlreiche Rezensionen, und sie zeichnen ein ähnliches Bild wie in Basel: gelobt wird das Ambiente im historischen Gebäude, kritisiert wird gelegentlich die Orientierung im Haus, weil sich Restaurant, Bühne und Spielbereich über mehrere Ebenen verteilen. Wer zum ersten Mal kommt, plant fünf Minuten mehr ein, um anzukommen.
Ein Dauerbrenner in den Rückmeldungen ist das Parkieren. Die Preise im Parkhaus Casino Bern liegen je nach Tarifzone und Dauer typischerweise zwischen 2 und 4 Franken pro Stunde, mit Abendpauschalen für Veranstaltungsbesucher. Wer länger bleibt, sollte die Pauschale direkt am Automaten lösen, statt stundenweise zu zahlen. In der Innenstadt ist das oft der günstigere Weg.
Beim Einlass gilt dieselbe Regel wie überall: Ausweiskontrolle, Taschenkontrolle, klare Kleidervorschriften eher im Spielbereich als im Konzertsaal. Für einen Theater- oder Konzertabend genügt gepflegte Freizeitkleidung, während an den Tischen Sakko oder elegante Bluse erwartet werden. Wer unsicher ist, fragt beim Ticketing nach – die Antworten sind in der Regel verbindlich.
Viele Gäste nutzen den Abend in zwei Etappen. Nach dem Konzert geht es an die Tische, und dort zeigen sich die Unterschiede zwischen den Spielen. Roulette zieht mit seinem ruhigen Rhythmus und den klaren Ansagen der Croupiers das gesellige Publikum an; die Mindestsätze an den Aussentischen beginnen in Schweizer Häusern häufig bei 5 Franken, an den Innentischen deutlich höher. Blackjack ist schneller, verlangt Entscheidungen und wird von Gästen, die zum ersten Mal spielen, oft unterschätzt.
Wer sich für die Vielfalt der Tischspiele interessiert, findet in der Schweiz eine ordentliche Auswahl, von französischem und amerikanischem Roulette bis zu Poker-Varianten. In Genf und Basel werden Turniere ausgeschrieben, deren Anmeldung über die Webseiten der Häuser läuft. Wer einfach nur zuschauen möchte, darf das – an den meisten Tischen ist das ausdrücklich erlaubt, solange man nicht im Weg steht.
Immer wieder taucht die Frage auf, ob ein Casino-Gewinn gemeldet werden muss. In der Schweiz sind Gewinne aus konzessionierten Spielbanken grundsätzlich steuerfrei, weil die Abgabe bereits über die Spielbankenabgabe abgeführt wird. Anders sieht es bei ausländischen Anbietern und bei Online-Plattformen ohne Schweizer Konzession aus: Dort können Gewinne als Einkommen gelten. Wer im Ausland spielt, klärt das vorher mit der Steuerverwaltung des Wohnkantons ab, statt sich auf Forenmeinungen zu verlassen.
Praktisch heisst das für einen Konzertabend im Casino: Der Roulette-Gewinn bleibt steuerfrei, das Billett für die Show nicht abzugsfähig. Und wer den Abend mit einem Blick in den Veranstaltungskalender plant, kommt in den Genuss von Kombi-Angeboten – manche Häuser bündeln Dinner, Show und ein kleines Spielguthaben zu einem Pauschalpreis, der unter der Summe der Einzelposten liegt. Das lohnt sich vor allem für Paare, die ohnehin einen ganzen Abend bleiben möchten.